Kommentar Kulturpolitik

Wenn die Sonne der Kultur tief steht, werfen die Grünen mit Pudding

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 49/13 vom 04.12.2013

Vor jeder Wahl melden sich ein paar Leute, die sich darüber beschweren, dass die Kultur im Wahlkampf kaum eine Rolle spielt, worauf sich ein paar andere melden, die meinen, das sei eh das Beste, was der Kultur passieren könne. Dass man geneigt ist, beiden Parteien recht zu geben, hängt vermutlich mit dem Begriff der Kultur selbst zusammen. Der ist, so findet jedenfalls der Philosoph Rudolf Burger, "eine sinnentleerte Phrase“ und gerade deswegen "als Joker im Spiel demagogischer Begriffe“ politisch virulent. Anders formuliert: Man kann einen Pudding zwar nicht an die Wand nageln, aber man kann ihn jemandem ins Gesicht schmeißen.

Wer Kulturpolitik macht, muss den Spagat zwischen Pragmatik und Programmatik schaffen. Das hält der Hosenboden nicht immer aus. So kann man im rot-grünen Regierungsabkommen für Wien nachlesen, dass bei den Vereinigten Bühnen "mittelfristig Einsparungs- und Synergiepotenziale“ genutzt werden sollen und "eine schrittweise Kostenreduktion“ angestrebt


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