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Wieso hatte Wien 2012 so viele Geburten, Herr Himpele?

POL Politik | Interview: Barbara Tóth | aus FALTER 49/13 vom 04.12.2013

Das Statistische Jahrbuch der Stadt Wien vermeldet so viele Geburten wie seit 1969 nicht mehr. 18.265 Kinder kamen im Jahr 2012 zur Welt. Warum das so ist und was das mit den vielen Sonnenstunden zu tun hat, weiß der Leiter der Wiener Magistratsabteilung 23, Klemens Himpele.

Herr Himpele, der Sommer 1968 gilt als Summer of Love. Nun hat Wien 2012 so viele Geburten wie seit 1969 nicht mehr. Was war da los in Wien im Jahr 2011?

Ich muss Sie als nüchterner Statistiker enttäuschen. Es hat einfach nur die Anzahl der Frauen im gebärfähigen Alter in Wien zugenommen. Das durchschnittliche Gebäralter lag 2012 übrigens bei 30,4 Jahren.

2012 gab es auch den siebthöchsten Wert an Sonnenstunden seit 1950. Ist das vielleicht ein Grund für den Kindersegen?

Nein, das kann man weder durch Sonnenstunden, Stromausfälle oder Schaltjahre erklären. Die Stadt wächst einfach, nicht nur durch Zuwanderung, sondern wir haben seit einigen Jahren auch einen Geburtenüberschuss.

Wien produziert auch die meisten Glashausgurken, bunten Paprika und Rispenparadeiser von allen Bundesländern.

Ja, daraus könnte man natürlich eine schöne Geschichte machen. Ob gesundes Gemüse zu mehr Kindern führt, das müssen Sie einen Wissenschaftler fragen. Mich fasziniert immer noch, wie viel Landwirtschaft Wien hat.

Sie klingen nicht wie ein gebürtiger Wiener.

Nein, ich bin auch gebürtiger Baden-Württemberger, und ich bin wegen der Lebensqualität da. Ich habe zuletzt in Berlin gearbeitet, meine Freundin lebte in Köln. Wir wollten gemeinsam in eine Stadt ziehen. Stockholm oder Wien. Ich bekam über eine Ausschreibung die Stelle hier - voilà, jetzt bin ich da.

Wenn Sie Berlin und Wien vergleichen, was überrascht Sie am meisten?

Dass die Wiener überhaupt nicht wissen, wie gut sie es haben.


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