Zeit am Schirm

MED Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 49/13 vom 04.12.2013

TV-Kolumne

Derzeit begegnet man abends Casting auf allen Kanälen. Da laufen Models unter dem kritischen Blick einer Jury über den Laufsteg, spielen Musiker auf und lassen sich von Dieter Bohlen oder Nena beurteilen. Sogar Hobbyköche treten an und brutzeln um die Wette. Und irgendwie bleibt man immer hängen. Ist es die Freude über den Sieg oder die Schadenfreude über die Niederlage, die einen fasziniert? Und warum verlieren alte Formate wie etwa "Wetten, dass..?“ ihr Publikum?

Bei "Wetten, dass..“ treten Leute an, die ihr Handwerk verstehen, Facharbeiter vom alten Schlag, die mit ihrem Gerät umzugehen wissen. Dieser objektbezogenen Normkunst steht die Kreativität der subjektiven Ausdruckskunst gegenüber, die den Zuseher viel stärker berührt. Und wenn bei "Wetten, dass..?“ ein Vorarbeiter durch die Sendung führt, zappt das Publikum weiter zu "Supertalent“ auf RTL, wo Dieter Bohlen zeigt, worauf es im Ego-TV ankommt - auf Performance.


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