Der Mann, der nicht Bob Dylan war

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 49/13 vom 04.12.2013

In ihrem 60er-Jahre-Folk-Film "Inside Llewyn Davis“ lassen die Coen-Brüder ihren Helden wieder einmal tüchtig leiden

Kalt ist der Winter im New York des Jahres 1961. Eisreste kleben an Laternenpfählen und in den Straßenecken. In einem Kellerlokal namens "Gaslight Café“ in Greenwich Village sitzt ein bärtiger Musiker mit seiner Gitarre auf der Bühne. Llewyn Davis (Oscar Isaac) verbreitet melancholischen Weltschmerz, und das ist das Schönste, was man dem miesen Wetter, das bald in unablässigen Regen übergehen wird, entgegensetzen kann.

Außerdem hat Llewyn Davis auch gar nichts anderes aufzubieten gegen die harte Wirklichkeit. Er besitzt keine Wohnung, kann sich mit seinen Auftritten kaum über Wasser halten und hat nicht einmal ausreichend Kleidung: Statt der erhofften Tantiemen bietet ihm sein Agent den eigenen Wintermantel an. Wenn er durch die windigen Straßen stapft, scheint es, als wäre Davis aus Bob Dylans "Freewheelin’“-Cover gefallen, nur dass er statt Suze Rotolo


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige