Die Schwärmerin

Feuilleton | Bilanz: Hermann Götz | aus FALTER 49/13 vom 04.12.2013

Anna Badora wechselt 2015 vom Schauspielhaus Graz ans Volkstheater nach Wien. Unser Grazer Kritiker über seine bisher sieben Saisonen mit Badora

Es heißt ja immer: Der erste Eindruck zählt. Der erste Eindruck, den Anna Badora 2006 als Grazer Intendantin hinterließ, war der einer kleinen, zierlichen Frau, die mit großen leuchtenden Augen vom Theater zu schwärmen wusste. Wobei die politisch durchaus sensible Künstlerin nie in den üblichen Dramaturgen-Jargon verfiel. Das stand alles in angenehm deutlichem Kontrast zu ihrem Vorgänger Matthias Fontheim.

Badora kann einnehmend sein. Die Begeisterung, mit der sie übers Theater spricht, ist ansteckend. Und sie spricht nicht nur von Schauspielern und Regiekollegen, sie erzählt auch voll Bewunderung von Technikern, Kostümbildnern, Schneidern, Tischlern: Man glaubt dieser Frau, dass sie das Theater liebt. Den ganzen Apparat.

Dieser Apparat war an Badoras voriger Wirkungsstätte, in Düsseldorf, weit größer. Für Graz hatte sie zuallererst


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