Favoritinnensieg: Wie Anna Badora das Rennen um das Volkstheater machte

Feuilleton | aus FALTER 49/13 vom 04.12.2013

:: Schon in einem am 20. Oktober anonym in der Redaktion eingelangten Schreiben heißt es: "Anna Badora wird neue Direktorin des Volkstheaters Wien.“ Ob die Entscheidung, wie in dem Brief behauptet, längst beschlossene Sache war oder nicht: Vergangene Woche wurde Badora als Nachfolgerin des 2015 scheidenden Direktors Michael Schottenberg präsentiert.

Schottenberg hatte im August bekanntgegeben, er stehe für eine Vertragsverlängerung nicht zur Verfügung. Die Leitung wurde ausgeschrieben, 32 Bewerbungen trafen ein, sieben Kandidatinnen und Kandidaten wurden Anfang November zu einem Hearing geladen. Am Ende sollen noch drei im Rennen gewesen sein; gegen wen sich Badora durchgesetzt hat, wurde nicht verraten. Die 62-jährige Polin studierte am Reinhardt-Seminar Regie und war vor Graz bereits Intendantin in Mainz und Düsseldorf.

Ein Freund habe ihr gesagt, er sei sich nicht sicher, "ob das Volkstheater Herkulesaufgabe - schwierig, aber machbar - oder Mission Impossible ist“, meinte Badora in ihrem ersten Statement. Sie habe sich dennoch dazu entschlossen, die "Komfortzone Graz“ zu verlassen.

Als "Eckpunkte“ ihres Konzepts nannte sie eine internationalere Ausrichtung des Volkstheaters, die "Pflege und Neuaneignung“ von österreichischen Klassikern wie Nestroy, Raimund oder Bernhard, die Förderung junger Autoren sowie spezielle Angebote für Jugendliche. WK


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