"Breiviks Rede ist mehrheitsfähig“

Feuilleton | Interview: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 49/13 vom 04.12.2013

Der Schweizer Theatermacher Milo Rau über sein umstrittenes Projekt "Breiviks Erklärung“

Mit "Breiviks Erklärung“ holt die Garage X eine Theaterproduktion nach Wien, die manche Kritiker für eine Zumutung halten. In seiner Inszenierung, die an jedem Spielort nur ein Mal gezeigt wird, bringt der Schweizer Dokumentartheatermacher Milo Rau jene einstündige Rede auf die Bühne, die der norwegische Attentäter Anders Breivik am Beginn seines Prozesses in Oslo gehalten hat.

Der 36-jährige Rau hat sich auf "Re-Enactments“ historischer Gewalttaten spezialisiert; seine Produktion "Hate Radio“ über den Genozid in Ruanda war 2012 im Brut zu sehen. Der Falter erreichte Rau, der gerade für ein neues Projekt in Belgien recherchiert, im Auto. Für das Interview wechselte er auf den Beifahrersitz.

Falter: Wie kamen Sie darauf, Breiviks Rede auf die Bühne zu bringen?

Milo Rau: Das war zunächst Zufall. Ich war Dozent in Leipzig und einer der Studenten erzählte mir, dass seine Tante beim Breivik-Prozess


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