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Feuilleton | aus FALTER 49/13 vom 04.12.2013

Schauplatz und Schreibtisch in Wien

Erst 2010 wurde dieses Manuskript des 1891 in Satanow (heute: Ukraine) geborenen und 1944 in Auschwitz ermordeten David Vogel entdeckt. Die zentrale Handlung des Romanfragments ist in eine Rahmenhandlung gebettet (die sich 20 Jahre später in Paris zuträgt) und handelt von dem jungen Michael Rost, den es nach Wien verschlägt. Dort landet er zunächst in Gesellschaft allerhand menschlichen Treibguts in der jüdischen Leopoldstadt, ehe ihn ein reicher Gönner mit hinreichend Kapital ausstattet, sodass Rost sich eine Innenstadt-Pension leisten kann, wo er sich mit der Vermieterin (Typ: hot milf) was anfängt, gleichzeitig aber auch deren 16-jähriger Tochter Avancen macht (die schließlich zum Ziel führen). Schwülstig in den Sexszenen, besticht der Roman durch einige schöne atmosphärische Wien-Vignetten und die Illusionslosigkeit, in der der Vitalismus des Protagonisten nachgerade jelinekesk decouvriert wird. KN

David Vogel: Eine Wiener Romanze. Aus


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