Auf den unendlichen Spaß folgt die Langeweile

Feuilleton | Buchkritik: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 49/13 vom 04.12.2013

In seinem posthum erschienenen Roman "Der bleiche König“ erzählt David Foster Wallace aus dem Leben der Steuerprüfer

Das Büro könnte ein x-beliebiges Büro sein. Indirekte Neonbeleuchtung mit Dimmer, Regale im Baukastensystem, Schreibtisch schon fast ein Abstraktum. Das Flüstern einer Klimaanlage ohne Ursprung. Du bist ein geübter Beobachter, und es gibt nichts zu beobachten. Eine offene Tab-Dose, deren Farbe vor dem Beige und Weiß grell wirkt. Ein Haken aus rostfreiem Stahl für den Mantel. Keine Fotos, Diplome oder persönliche Noten (…).“

Der im Jahr 2008 im Alter von 46 Jahren freiwillig aus dem Leben geschiedene US-Autor David Foster Wallace war ein geübter Beobachter. In seinem monströsen, mehr als 1500 Seiten starken Roman "Unendlicher Spaß“, einer Meditation über Unterhaltungssucht und Depression, gab es kaum etwas, das nicht zur Sprache kam. Alles schien ihn zu interessieren, nichts ihm zu entgehen, auf alles musste er in seinen Romanen, Kurzgeschichten und Essays


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