Nüchtern betrachtet 

Bashingabwechslung fördert Volksgesundheit

Feuilleton | aus FALTER 49/13 vom 04.12.2013

In "Tune in Tomorrow“, der bei uns unter dem Titel "Julia und ihre Liebhaber“ gelaufen und die Verfilmung des Romans "Tante Julia und der Kunstschreiber“ ist, macht Peter Falk in seinen Beiträgen fürs Radio ständig die Albaner fertig (bei Vargas Llosa sind’s, glaub ich, die Argentinier). Als ihn gegen Ende irgendjemand fragt, was er eigentlich gegen die Albaner habe, antwortet Falk, der hier Pedro Carmichael heißt: gar nichts. Außerdem seien sowieso die Norweger die Ärgsten.

Ich möchte nicht den Rand meines linken Daumennagels darauf wetten, dass ich die Szene korrekt erinnere, aber die humoristische Substanz ist wohl einigermaßen zutreffend umrissen: Der Witz handelt von der Willkür des Ressentiments, indem er zeigt, dass man genauso gut jemand anderen zur Sau machen könnte. Nun weiß man aus der Geschichte, dass Vorurteile so frei auch wieder nicht flottieren und manche Völkerschaften und Volksgruppen hartnäckiger heimsuchen als andere. Da geht es dann wieder eher zu

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