Stadtrand Urbanismuskolumne

Wie schön ist Weihnachten anderswo

Stadtleben | aus FALTER 49/13 vom 04.12.2013

Wie es um die eigene Stadt bestellt ist, merkt man ja immer erst, wenn man anderswo ist. Im schwedischen Stockholm beispielsweise wird dem vorweihnachtlichen Wahnsinn wesentlich dezenter gehuldigt als hierzulande: Zwar erstrahlt auch dort die ganze Innenstadt in weihnachtlicher Beleuchtung, Rentiere aus LED-Lampen grasen auf den Straßen, rote Lichterkugeln zieren die Straßenzüge, doch Weihnachtsmärkte sucht man fast vergebens. Nicht so in Wien, wo an jeder Ecke ein kleines Budendorf zu finden ist. Und von Jahr zu Jahr werden es mehr - jeder Bezirk hat seinen eigenen Mini-Weihnachtsmarkt.

Dass die in Stockholm fehlen, tut der Weihnachtsstimmung aber absolut keinen Abbruch. Manchmal ist weniger eben mehr. Die Verhüttelung von Wien zeugt ja nicht unbedingt von weihnachtlichem Flair, sondern von Konsumwahnsinn. Wie auch der Weihnachtsmarkt auf der Burg Forchtenstein im Burgenland zeigt: Dort zahlt man zwei Euro Eintritt, um Honig und Seifen zu bestaunen. Ganz schön aus dem Ruder geraten, der ganze Weihnachtsmarkttrubel.

Birgit Wittstock wundert sich über das Übermaß an Weihnachtsmärkten in Wien


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