Heast, Kramperl!

Stadtleben | aus FALTER 49/13 vom 04.12.2013

Zwei Mitarbeiter des Falter rückten einst als Krampus aus. Hinter der Maske erlebten sie die Wiener Wirklichkeit. Zwei Erfahrungsberichte

"Hau eam ane eine!“

Ich war Jusstudent und brauchte das Geld. Also habe ich mich bei einer Krampus-Verleih-Agentur eingeschrieben und mich vermieten lassen.

Ich trug eine Krampusgummimaske, einen alten Pelzmantel und auf den Schultern Schneeketten von Semperit. Pro Besuch mussten die angstlustigen Eltern rund 500 Schilling berappen, zu zahlen in bar - vor dem Auftritt. Ein kleines Vermögen.

Es war der Abend des fünften Dezember 1992, ich weiß es noch ganz genau. Was ich damals hinter meiner Krampusmaske erlebte, das prägte mein Bild von Wiens Vorstadt.

Ich fuhr mit meinem gelben R4 etwa in eine Genossenschaftssiedlung in der Ketzergasse, die Maske setzte ich im Auto auf, auch der mich begleitende Nikolo dämpfte seine Smart im Auto aus. Nur keine verräterischen Gesten setzen, bat der Chef der Krampusagentur. Die Kinder glauben ja, der Nikolo komme


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