Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Topaz-Apfelsaft

Apfelsaft, der dich süß anschaut und kräftig durchbeutelt

Stadtleben | aus FALTER 49/13 vom 04.12.2013

Topaz ist eine geschmacksintensive Apfelsorte, die eine facettenreiche geschmackliche Bandbreite hat - vom honigartigen Aroma bis ins zitronig Säuerliche, es ist alles drin. Die aus Rubin und Vanda gekreuzte Sorte ist noch relativ jung, erst 1984 in der Tschechoslowakei entstanden. Alle diese Qualitäten sind hervorragend dafür geeignet, einen kantigen, kräftigen und vor allem sortenreinen Apfelsaft daraus zu machen. So einen aus kontrolliert integriertem Anbau findet man beim Betrieb Reinhard und Helga Wetter aus dem zwischen Sigmundsherberg und Retz gelegenen Missingdorf.

Die Flaschen sind gar nicht schick oder smart aufgemacht: ein grüner Apfel, das Familienwappen und ein kleiner Kupferstich des Schlosses Missingdorf sind auf dem smaragdgrünen Klassiker im Einliterformat abgebildet. Das hat eine eher unauffällige, fast gräfliche Aura. Vornehm sind aber auch die Preise! Wenn man den Meinl-am-Graben-Bonus wegrechnet, dann bleibt immer noch ein stattliches Sümmchen pro Liter. Aber was kostet die Welt im Vergleich zu diesem großen Apfelsaft, den man im Fall Topaz ob der Säure doch mit Wasser verdünnen sollte. Unglaubliche zehn verschiedene sortenreine Apfelsäfte sind bei Familie Wetter zu haben, die sich ihren biologisch geführten Betrieb von Globalalp zertifizieren haben lassen. Von Freiherr von Berlepsch bis Cox Orangenrenette - diese Apfelsorten-Artenvielfalt muss belohnt werden, wenn auch nur zu festlichen Anlässen.

Es sind auch Edelbrände zu haben, Falstaff-prämiert. MS


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