Menschen

Gut besorgt

Falters Zoo | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 49/13 vom 04.12.2013

Neubeginn im Wuk, wo Bettina Kogler ihre erste Saison als neue Theaterintendantin eröffnete. Genau sagt man im Wuk jetzt nicht mehr Theater, sondern "performing arts“, was schon einmal gut ist und mit allerlei Performancekunst bei "Dark Start“ auch noch unterstrichen wurde. Gemeinsam mit dem Künstler Julius Deutschbauer durchschnitt Kogler das weiße Band vor der Tür zum Theater, wo die Belgierin Miet Warlop, auf deren Arbeiten man sich jetzt schon freuen kann, einige halbnackte Herren mit Schnäuztüchern hantieren ließ. Fast ebenso halbnackt turnte der junge Milan Loviska an der Pole-Dance-Stange. Die Performerin Barbis Ruder behämmerte Gemüse mit Werkzeug zu Machosprüchen von Sex-Dating-Plattformen ("Ich will es dir besorgen“ u.Ä.). Apropos: Im Jänner steht im Wuk "More than naked“ von der großartigen Choreografin Doris Uhlich auf dem Performancezettel; für viele die tollste Wiener Produktion des Jahres.

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Licht statt Finsternis? Da muss man mit dem Lift ein paar Stockwerke nach oben fahren. Teil zwei der Zoo-Serie "Punschtrinken, wo andere Urlaub machen“. Diesmal geht’s auf die Dachterrasse des neuen Café Bloom auf dem ebenso neuen Designhotel Lamée in der Innenstadt. Martin Lenikus, dem der Laden gehört, hatte zur Eröffnung der Saison eingeladen und Geschäftsführerin Christiane Weissenborn freute sich über fast 100 Gäste beim höchsten Punschstandl der Stadt. Täglich außer sonntags ab 14 Uhr geöffnet.

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Weihnachtszeit ist Buchschenkzeit. Entsprechende Tipps geben die Kollegen vom Feuilleton Falter-Leserinnen und -Lesern in der nächsten Ausgabe. Eine hübsche Empfehlung können wir aber jetzt schon verraten: in der Buchhandlung kaufen! Wer das schon vergangene Woche getan hat, erlebte möglicherweise eine kleine Überraschung: Promis als Verkaufspersonal nämlich. "Buchkopf trifft Buchgesicht“ heißt die hübsche Aktion, bei der Niki Glattauer in der Buchhandlung Mauer, Vea Kaiser und Christoph Wagner Trenkwitz bei Kuppitsch oder Thomas Maurer und Florian Scheuba bei den netten Hartliebs tätig waren. David Schalko hätte im Buchkontor Bücher einwickeln sollen. Krankheitsbedingt ließ er sich dann von Manuel Rubey vertreten, der als Buchgesicht viel zu empfehlen wusste.

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Und dann präsentierte die bezaubernde Stefanie Sargnagel in der Transporter-Bar ihr Buch "Binge Living“ (Dahiméne Edition) voll mit witzig-ironischen Meldungen wie folgender: "Meine Mutter wird immer Bobo-mäßiger. Im Moment gibt es sogar drei verschiedene Käsesorten bei ihr im Kühlschrank: Eckerlschmelzkäse, eingeschweißten Toastkäse und geriebenen Pizzakäse.“ Daraus, dass sich die Dame vor uns in dem Moment so sehr freute, schlossen wir: Das muss Sargnagels Bobo-Mutti sein. Einen Gag über die stets rot bemützte Autorin sparen wir uns nach Lektüre folgender Textstelle: "Da ich ja meistens eine rote Baskenmütze trage, werd ich oft von alten Männern ‚Rotkäppchen‘ genannt. Ich finde das immer irgendwie unpassend. Es sei denn, Rotkäppchen würde den Kuchen selbst fressen, den Wein exen, den Wolf vergewaltigen und dann zur Großmutter Geld schnorren gehen.“


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