Wenn der Staat das Separee stürmt

Politik | Reportage: Birgit Wittstock/ Stockholm | aus FALTER 50/13 vom 11.12.2013

Was passiert, wenn Prostitution verboten wird? Werden Frauen geschützt oder doch nur die Täter? Eine Erkundung bei Feministinnen, Prostituierten und Polizisten in Schweden

Noch einmal dreht sich Elena um, blickt die Malmskillnadsgatan hinauf, dann hinunter. Sie fixiert den Mann, der hinter dem Steuer des weißen Volvo sitzt. Sie geht zur Beifahrerseite, öffnet die Tür und steigt ein.

Der Volvo verschwindet im Stockholmer Abendverkehr. Der eiskalte Wind trägt Böen herbei, die nach gebrannten Mandeln duften, die hier in dem schicken Einkaufsviertel auf einem Weihnachtsmarkt unten vor dem Stadsteatern verkauft werden. Zwei Stunden hat Elena hier gewartet. Ihre Runden gedreht. Ist zwischen den Passanten auf und ab gegangen und hat in den Schaufenstern den Sitz ihres Haares kontrolliert, ihren Lippenstift aufgefrischt. Dann hielt endlich der Mann im Volvo - es hätte auch einer im Peugeot sein können oder im Audi. Hauptsache, er zahlt.

Elena ist Prostituierte - und das ist in Stockholm etwas


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