",Fuck the System!‘ zu brüllen fände ich erbärmlich“

Feuilleton | Interview: Gerhard Stöger | aus FALTER 50/13 vom 11.12.2013

Der Musiker und DJ Shantel über Wien und Berlin, Balkanpop und den Tag der deutschen Blödheit

Gespräche mit internationalen Popfiguren folgen meist einem strengen Zeitplan. Ganz anders bei Stefan Hantel: Der als Shantel bekannte Musiker, DJ und Produzent aus Frankfurt hört einfach nicht zu reden auf - und überzieht die vereinbarte halbe Stunde kurzerhand um mehr als 100 Prozent.

"Es war seit Ewigkeiten mein erstes Gespräch mit dem Falter, das kann man ja ein bisschen auskosten“, lautet die charmant-kokette Begründung des 45-Jährigen, der durch die Fusion von Balkanpop und Clubmusik berühmt wurde. Demnächst stellt Shantel sein neues Album "Anarchy + Romance“ mit seiner Band, dem Bucovina Club Orkestar, in Österreich vor.

Falter: Herr Hantel, kein internationaler Popact hat in den vergangenen Jahren so oft in Wien gespielt wie Sie, man hat Sie hier offenbar ganz besonders ins Herz geschlossen. Gilt das auch umgekehrt?

Stefan Hantel: Ich habe in der Tat eine besondere Beziehung


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