Nüchtern betrachtet 

Schreibwarenschnösel und Druckbleistiftdandy

Feuilleton | aus FALTER 50/13 vom 11.12.2013

Feuilletonchef Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Die heroischen handwerklichen Leistungen meines Lebens bestehen in der Zusammenschraubung und Bemalung eines Schaukastls für exotische Bierkrüge (Muttertag, zweite Hälfte 1970er-Jahre) und im Aufbau eines Ikea-Hochbetts (Kindergeburtstag, Ende der 1990er-Jahre). Darüber hinaus bin ich in der Lage, auch kompliziert positionierte kleingewindige Glühbirnen (Dunstabzugshaube) auszutauschen. In meinem Haushalt gibt es eine Zange, einen Hammer und mehrere Schraubenzieher. Typen wie ich brauchen keinen Leatherman, ein Taschenmesser mit einer Klinge und einem Kapselheber reicht völlig aus. Was ich wirklich benötige, sind Bleistifte.

Damit kritzle ich in die Bücher, die ich lese, und in die Notizbücher, die ich bei mir führe. Dafür würden ganz gewöhnliche Bleistifte der Stärke 2B ausreichen, bloß dass ganz gewöhnliche Bleistifte gerne aus der Jackentasche fallen oder das Sakkofutter perforieren.

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