Ihr Kinderlein, kaufet!

Stadtleben | Analyse: Sibylle Hamann | aus FALTER 50/13 vom 11.12.2013

Nicht nur zur Weihnachtszeit, aber jetzt ganz besonders: Kinder sind Konsumenten, von klein auf. Wie sie die Marketingmaschinen umkreisen

Sie kauern gleich neben der Billa-Kassa. Der schwarze Bomb, der schielende Blues, Chuck mit dem spitzen Schnabel und Matilda, die ausschaut wie eine grantige Studienrätin. Fluffig, flauschig, made in China, 19,90 Euro oder gratis im Austausch für 30 Billa-Punkte. Dicht gedrängt hocken die "Angry Birds“ nebeneinander auf den Stangen, wie Krähen auf Telegrafendrähten, ähnlich aggressiv in ihrer lauernden Penetranz, nur bunter.

Eng ist es im Durchgang an der Kassa. Von hinten drängt der nächste Einkaufswagen heran, rechter Hand die Kaugummis, Mars-Riegel, Tic Tac und die übrige Quengelware, linker Hand die zornigen Vögel, das Kind hat sie erblickt und zerrt bereits fordernd am Ärmel. Ein Panikschub, kurz kommt einem Alfred Hitchcocks Filmklassiker "Die Vögel“ in den Sinn, dann schaltet man den Tunnelblick ein und schiebt Kinder, Sackerln und


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