Theater Kritiken

Tanzt, Kinder, tanzt den Apocalypso

Barbara Braun und Roman Binder

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 50/13 vom 11.12.2013

Die Arbeit als Korsagenvertreterin verliert sie ganz schnell wieder, das geborgte Geld ist auch gleich weg (der Richter nennt das Betrug: zwei Wochen ohne Bewährung), die Beziehung, ausgerechnet zu einem Kieberer, scheitert an kleinen Notlügen. Kein Wunder, wenn das Fräulein in dieser Situation ins Wasser geht. "Glaube Liebe Hoffnung", Ödön von Horváths "kleiner Totentanz" aus dem Jahr 1932, ist in der Inszenierung von Peter Gruber an der Scala gespenstisch modern. Dezent betont wird das noch durch Details wie den MP3-Player, mit dessen Hilfe sich Elisabeth aus der Alltagstristesse zu tanzen versucht oder den Überwachungskamera-Arbeitsplatz von Polizist Alfons (Roman Binder). So viel trotzige Traurigkeit zeigt Barbara Braun als Fräulein Elisabeth, man möchte ihr nachspringen. Ein schöner, trister Abend.

Scala, Fr, Sa, Di-Do 19.45 (bis 21.12.)


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