Kunst Tipp

Wenn die Gemälde lange Nasen zeigen

Lexikon | aus FALTER 50/13 vom 11.12.2013

Neben der Personale von Ursula Mayer (siehe Falter 42/13) wird im 21er Haus derzeit noch eine Fülle weiterer Kunst geboten, die den Weg zum Schweizergarten lohnt. In der "Schausammlung #4" kann man sich etwa freuen, dass das Belvedere in den letzten zehn Jahren doch eine stattliche Anzahl an zentralen Arbeiten heimischer Zeitgenossen erworben hat oder diese dem Museum als Dauerleihgaben zur Verfügung stehen. Die Ausstellung setzt mit Franz Wests Werkgruppe "Endlich zwei gute Skulpturen" ein, denen sich Maja Vukojes Blechtonnenbild "Drums" anschließt. Mehrere zentrale Videoarbeiten der letzten Jahre sind hier noch einmal zu sehen (leider fehlen oft Sitzmöglichkeiten): Da wären Mathias Polednas musikalische Zeitreise nach 1979 "Actualité", Andreas Fogarasis Recherchen zu Budapester Kulturhäusern "Kultur und Freizeit" oder Josef Dabernigs Sonntagsnachmittagsmeditation "Hotel Roccalba". Aber auch die jüngere Malerei ist entsprechend vertreten, darunter auch Constantin Luser und Nick Oberthaler, mit denen am 11.12. um 19 Uhr ein Künstlergespräch stattfindet.

Auf der Ebene der Schausammlung werden auch zwei Mini-Personalen geboten. Von Hermann J. Painitz sind serielle Arbeiten seit den 1960er-Jahren zu sehen, die Piktogrammen oder Logos ähneln. Der Künstler widmet sich seit damals geometrischen Grundformen, wobei es - wie das aufliegende Alphabet zeigt - auch um die Entwicklung visueller Systeme geht. Der 1987 geborene Schweizer Maler Vittorio Brodmann schwankt zwischen Surrealismus und Bad Painting, wozu er zum Glück auch den notwendigen Humor mitbringt. Die regelmäßig in seinen knallfarbenen Gemälden erkennbaren Gesichter lassen an Cartoons und Karikaturen denken, lange Nasen und überhaupt runde Formen dominieren. NS

21er Haus; bis 11.2. bzw. bis 6.1.


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