Nachrichten aus dem Inneren

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 51/13 vom 18.12.2013

Die Redaktion erklärt sich selbst

Das Geschenksservice der Feuilletonredaktion ist auf großes Interesse gestoßen. Das freut uns! Über die Modalitäten tätiger Beherzigung müssen wir aber noch reden. Als sich Matthias Dusini das empfohlene Buch "Krähen“ in einer Buchhandlung besorgen wollte, wurde ihm dort mitgeteilt, dass alle drei Exemplare gestohlen wurden. Das ist zwar von einer gewissen inneren Logik (Elstern sind Krähen), entspricht aber nicht unserer Auffassung von Geschenkskultur: Sollten Sie sich also durch die Charts (S. 38f.) der Feuilletonredaktion inspiriert fühlen, würden wir zum legalen Erwerb der Produkte raten.

Am Verkaufen liegt uns was. Daher lautet einer der effektivsten Killersätze im Redaktionsalltag auch: "Das ist unterverkauft!“ Diesem Satz fallen immer wieder kleinere Beiträge zum Opfer. Der Begriff "klein“ ist naturgemäß relativ. In der Politikredaktion rangiert mittlerweile alles, was weniger als drei Seiten umfasst, unter "Häppchenjournalismus“. The Christmas Killings dieser Ausgabe betreffen schlimmerweise auch noch die Weihnachtsjubilare: Der "Klassiker des Monats“ wäre dem am 24.12.1863 verstorbenen William Makepeace Thackeray zugedacht gewesen; das "Leak of the Week“ dem am 24.12.1946 geborenen Erwin Lovejoy Pröll. Und Chef de la Maison Armin Thurnher (siehe Seite 54f.) behauptet, zugunsten Wovon-auch-immer auf einen Essay über das Kochbüchlein für Anna Magdalena Bach verzichtet zu haben. Sein Buch "Keksbacken mit dem Cembalo“ erscheint übrigens Weihnachten 2014. Bitte nicht stehlen. God bless you!


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