Mediaforschung  Verführungskolumne

Wieso setzt Samsung einen ekstatischen Santa Claus ein?

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 51/13 vom 18.12.2013

Wie verkauft man ein Produkt, das einige Menschen wohl für absolut sinnlos halten? Indem man diese Zweifel eloquent anspricht und damit die Kritik entschärft. Genau das macht der Technologiekonzern Samsung in seinem Weihnachtsspot und lässt sogar Santa Claus auftreten.

Vor unzähligen Elfen präsentiert der Weihnachtsmann die Smartwatch "Galaxy Gear“, eine Mischung aus Armbanduhr und Handy, die 279 Euro kostet. Ein Produkt, das seine Sinnhaftigkeit noch beweisen muss. Dafür ist Santa Claus da.

Auch seine Elfen sind zuerst eher verwirrt. "Kann eine Uhr einen Anruf machen? Gibt dir eine Uhr Bescheid, wenn du dich von deinem Handy wegbewegst? Kann eine Uhr Fotos machen?“, fragt der bärtige Mann in dem englischsprachigen Video und gibt gleich selbst eine Antwort: Das Samsung-Gerät kann all das. "Es ist keine Uhr, sondern ein Wunder!“ lautet die Botschaft. Die Elfen jubeln.

Der Spot machte sogar hierzulande Schlagzeilen, denn auf subtile Weise mokiert sich Samsung darin über die Konkurrenz. Der pausbäckige Santa hat auffällig viel Ähnlichkeit mit Steve Ballmer, dem scheidenden Microsoft-Chef.

Der ist auch dafür bekannt, höchst enthusiastisch - fast schon manisch - den eigenen Mitarbeitern neue Produkte vorzustellen, so wie es Santa vor den Elfen tut. Beide schreien, gestikulieren, tanzen auf der Bühne. Mit viel Witz und ein bisschen Häme für die Konkurrenz lenkt Samsung von der eigentlichen Frage ab: Was kann so eine Uhr, das nicht jedes Smartphone ohnehin kann?


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