Auf goldenen Flügeln

Feuilleton | Besichtigung: Nicole Scheyerer | aus FALTER 51/13 vom 18.12.2013

Die faszinierende Schau "Wien 1450“ lüftet einige Geheimnisse um den sagenhaften Meister von Schloss Lichtenstein

Graf Wilhelm von Württemberg war ein großer Verehrer des Mittelalters. Der schwäbische Adelige sammelte Waffen und Rüstungen, und nachdem Wilhelm Hauffs romantischer Ritterroman "Lichtenstein“ erschienen war, stand sein Entschluss fest: Eine Burg musste her.

Aus Ruinen ließ er ab 1839 einen neugotischen Turmbau errichten, der irreführenderweise Schloss Lichtenstein heißt. Nach dieser Märchenburg bei Reutlingen wurde auch ein gotischer Wiener Künstler benannt. Der unbekannte Meister von Schloss Lichtenstein erhielt seinen Notnamen nach den beiden prächtigen Gemälden "Marientod“ und "Marienkrönung“, die 1825 in die gräfliche Kunstsammlung gelangten.

Ein faszinierendes Forschungsprojekt des Belvedere konnte nun den lange umstrittenen Werkzusammenhang aufklären: Die beiden Marienbilder stellen die Höhepunkte eines einzigen 26-teiligen Doppelflügelaltars dar.


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