Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 51/13 vom 18.12.2013

Pop

Ulrich Troyer: Songs for William 2

Der Tiroler Musiker Ulrich Troyer ist nicht nur als Teil des Vegetable Orchestra aktiv, er arbeitet auch solo als Sounddesigner und Produzent. Hier gilt seine besondere Vorliebe dem Dub in seinen vielen Facetten. Auf "Songs for William 2“ arbeitet er sich auf Albumlänge daran ab, das Herz alter jamaikanischer Dub-Musik im Stil von Lee Perry und King Tubby in moderne Klanglandschaften zu verpflanzen, ohne dass dabei die Seele verloren geht. Das gelingt gut. Als i-Tüpfelchen gibt es kleine Afrobeat-Spitzen. (4Bit) sf

Jazz

Sylvia Bruckner: What Becomes

Wenn eine Pianistin ein ganzes Stück lang keine Taste anschlägt, hegt man einen Verdacht; wenn es auch noch "The Art of Noise“ heißt, wird dieser bestätigt. Das Lärmige manifestiert sich hier aber nicht in expressivem Powerplay à la Cecil Taylor, sondern in ephemerer Geräuschgenerierung (etwa im Inneren des Klaviers). Das Titelsolostück ist stets an der Grenze zum Verdämmern, die Duo- und Trioaufnahmen folgen vertrauter Free-Improv-Idiomatik, am Schluss gibt’s gar Loops ’n’ Beats. KN

Live (solo): 7.1., 19 Uhr, Alte Schmiede

Klassik

Hasse: Marc’Antonio e Cleopatra

Johann Adolf Hasses Serenata erzählt die Geschichte vom Untergang zweier legendärer historischer Gestalten: des Liebespaars Kleopatra und Marcus Antonius. Farinelli und Vittoria Tesi sangen 1725 die Premiere in Neapel. Gemeinsam mit Claudio Osele und seinem Ensemble Le Musiche Nove legen Vivica Genaux (Antonius) und Francesca Lombardi Mazzulli (Kleopatra) eine beeindruckende Neueinspielung vor: ein virtuoses Orchester und zwei Damen, die für Hasses dramatisches Kammerspiel wie geschaffen sind. (DHM) Mda


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