Neue Kinderbücher

Feuilleton | aus FALTER 51/13 vom 18.12.2013

Als das Wünschen noch geholfen hat

Es bleibt nicht im Verborgenen, wenn ein Nilpferd plötzlich ein Paar zarte Schmetterlingsflügel auf dem grauen Buckel trägt. Seine gutmütigen Artgenossen staunen nicht schlecht und erwarten, dass der Freund nun abheben wird. Die schmeichelhafte Aufmerksamkeit bringt also auch einen gewissen Druck für den gewichtigen Stampfer mit sich: Ob er nun wirklich fliegen kann?

Marie von Ebner-Eschenbachs Fabel über Zufall, Schein und Eleganz wurde 1897 erstmals in Die Frau. Monatsschrift für das gesamte Frauenleben unserer Zeit veröffentlicht. Nun ist sie in Buchform erhältlich und mit Illustrationen versehen, denen eine feine Schraffur zu eigen ist.

Nilpferds Flugversuche glücken aber doch! Zwar nicht auf der physikalischen Ebene, aber immerhin auf der ruhmestechnischen: Der Eintrag als erstes fliegendes Exemplar ist ihm sicher. Was eine kluge Geschichte nicht alles vermag … (ab 5) MS

In einem bitterarmen Dorf wächst der kleine Andreas auf. Er und seine Geschwister frieren und hungern, das Weihnachtsfest ist eine bescheidene Angelegenheit. Allerdings gibt es da diese besondere Nacht: Wünsche, die man am vierten Advent morgens um vier in den Schnee schreibt, gehen in Erfüllung. Was aber, wenn es nicht schneit? Bis zur Mitternacht des herbeigesehnten Tages lässt sich keine Schneeflocke blicken - und Andreas schläft ein. Als er erwacht, ist draußen tatsächlich alles weiß. "Mehr Glück!“ schreibt Andreas in den Schnee.

Am Heiligen Abend steht ein Fremder vor der Tür und bringt drei Beutel mit: einen gegen den Hunger, einen gegen das Frieren und den dritten für den Wunsch, den Andreas noch nicht weiß. Was er damit anfängt, erzählt Klaus Kordon in dieser Weihnachtsgeschichte par excellence, dazu die kongenialen, märchenhaften Bilder von Jasmin Schäfer: Dieses Buch ist ein echter Glücksfall. (ab 6) IG


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