Tief im Westen

Feuilleton | Evaluation: Matthias Dusini | aus FALTER 51/13 vom 18.12.2013

Der Stadtforscher Gottfried Pirhofer schrieb eine Hommage an die Mariahilfer Straße - und eine Polemik gegen die Fuzo Mahü

Der Lärm trieb den Stadtforscher Gottfried Pirhofer ins Freie. Jahrelang dauerten die Arbeiten für den Dachausbau in seinem Wohnhaus in der Theobaldgasse; der heute 63-Jährige streifte währenddessen durch die Gassen zwischen Naschmarkt und Mariahilfer Straße.

Sein Blick blieb an Hausportalen und Parkbänken hängen, er beobachtete, wie sich die Räder eines Kinderwagens zwischen der Bustürbodenkante und der Gehsteigkante verklemmten, und er notierte die fantasievollen Namen von Friseuren - Kopf & Quer, Superkampel, Fifaor Uno, GmbHaar, Haarkultur, Haarmonie und Hairgott. Oben wuchs das Penthouse in den Himmel, unten ließ sich Pirhofer durch den Junkspace von Starbucks und H&M treiben.

Längst grüßt er auch jenen Augustin-Verkäufer, der den Straßenlärm mit seinem Slogan übertönt: "Hallo Freunde, / Bitte nicht Rauchen, / Ich möchte mir ein Essen kaufen.“


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