Jakob der Träumer bleibt im Dorf und wird zum Versäumer

Feuilleton | Heimatkunde: Michael Omasta | aus FALTER 51/13 vom 18.12.2013

Guido Reitz war Uhrmacher in Morbach. Ihm, dem 2009 verstorbenen Bruder, der den Ort seiner Geburt im Hunsrück kaum einmal verließ, hat der deutsche Filmemacher Edgar Reitz sein jüngstes Werk zugeeignet. Und so ist’s gewiss auch kein Zufall, dass in "Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht“ zwei Brüder im Zentrum stehen. Jakob ist ein Träumer, der sich nach fernen Ländern sehnt, die Dialekte südamerikanischer Indianerstämme studiert und am 1. April 1842 minutiös Tagebuch über sein Leben zu führen beginnt. Gustav, der ältere der beiden Söhne des Hufschmieds im (fiktiven) Ort Schabbach, war gerade zwei Jahre fort: als Soldat in der preußischen Armee.

An einem Sonntag, derweil seine ganze Familie in der Kirche ist, kehrt er heim. Damit kommt die Geschichte langsam in Gang. Zunächst nimmt Gustav, der es sicherlich nie böse meint, Jakob die insgeheim Geliebte, die nette Henriette aus dem benachbarten Kirchwiller; und später wird das Paar, dessen Heirat keinerlei Aufschub


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