Kann man Dicken immer vertrauen?

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 51/13 vom 18.12.2013

In "Enough Said“ ist Tony-Soprano-Darsteller James Gandolfini in seiner letzten Rolle zu sehen

Dass Eva nicht zur Ruhe kommt, liegt nicht nur daran, dass sie als Masseurin ständig ihren Kunden hinterherfahren muss. Mit ihrem Mittelklassewagen klappert sie die besseren Gegenden von Los Angeles ab, und was sie dort zu hören bekommt, lässt sie schweigend über sich ergehen. Eva wird, so macht dieser Film von Beginn an deutlich, auch fürs Zuhören bezahlt.

Privat läuft es für die geschiedene Alleinerzieherin auch nicht optimal. Die Tochter bereitet alles für ihr Studium vor und räumt das Kinderzimmer, und, Albert, der einzige interessante Mann, den Eva auf einer Gartenparty kennenlernt, sieht aus wie ein Waschbär. Aber weil Eva selbst nicht mehr allzu wählerisch sein darf, konzentriert sie sich auf die sogenannten inneren Werte.

Das klappt beziehungstechnisch recht gut, denn Alberts Macken kann Eva liebevoll goutieren. Bis sie dem Geschwätz einer neuen Kundin über deren unausstehlichen


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