"Er käme besser gar nicht ins Kino“

Feuilleton | Interview: Gerhard Midding | aus FALTER 51/13 vom 18.12.2013

Regisseur Abdellatif Kechiche gewann die Goldene Palme und wird dennoch heftig kritisiert

Es liegt ein Knistern in der Luft, aber kein angenehmes. Abdellatif Kechiche kommt spät in das Pariser Hotel. Seine Hauptdarstellerinnen Léa Seydoux und Adèle Exarchopoulos haben sich für Interviews in zwei Ecken des Restaurants platziert, in denen sie seinem Blick nicht begegnen müssen. Die drei haben gemeinsam in Cannes die Goldene Palme für "Blau ist eine warme Farbe“ gewonnen, einen Taumel der Sinne, der von einer lesbischen Liebe und vielschichtigen Initiation erzählt. Aber seit die Schauspielerinnen sich in Interviews über ihren Regisseur beklagten, herrscht eisige Stille zwischen ihnen.

Falter: Seit Ihrem Regiedebüt "Voltaire ist schuld“ werden Ihre Filme von der Energie Ihrer weiblichen Hauptfiguren angetrieben. Könnte auch einmal ein Mann im Zentrum stehen?

Abdellatif Kechiche: Das ist nicht ausgeschlossen, aber in den Sinn gekommen ist es mir noch nicht. Ich kann Filme nur aus


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