Wien, wo es isst  Kulinarischer Grätzel-Rundgang

Weihnachtsgrätzel: Bräuner & Dorotheer, die Wahnsinnsetappe


Lokalaugenschein: Florian Holzer
Stadtleben | aus FALTER 51/13 vom 18.12.2013

Es ist die Zeit, wo Menschen, die Kapuzen aufhaben, Handykameras benutzend rückwärts taumeln oder, ein Häferl dampfender Containerware in der Hand, starrend anwurzeln, herdenweise. Oder an der engsten Stelle der Regalstraße im Supermarkt verharren, um nachzudenken. Der Graben ist weihnachtliche Hauptkrisenzone, das ist bekannt. Aber nur wenige Meter von den Zombiemassen entfernt warten Ruhe, Erholung, Labung und Trost. Diesmal: Bräunerstraße und Dorotheergasse.

Drängeln kann auch schön sein

Da ist zunächst einmal der Trzesniewski. Von dem gibt es viele in Wien, ja, eh, aber das ist der erste, der originale, der beste. 1902 gegründet, bald darauf an diese Adresse übersiedelt, 18 der 22 Aufstrichrezepturen seither unverändert. Es gibt wenige Orte, wo es so angenehm ist, dicht gedrängt zu stehen, kleine Brote und Biere in absurd kleinen Gläsern zu trinken. Ein Must. Und das nächste gleich gegenüber.

Auch wenn man seit 30 Jahren nicht mehr im Hawelka war (wie ich), zahlt es sich

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