Musiktheater Kritiken

Tod ohne Auferstehung in der Abfertigungshalle

Lexikon | H R | aus FALTER 51/13 vom 18.12.2013

Die Inszenierung des unvollendet gebliebenen Oratoriums "Lazarus" von Franz Schubert aus dem Jahr 1820 siedelt Claus Guth im Transitbereich eines Flughafens an. Die Coolness dieser Szenerie, die er immer wieder in Standbildern einfriert, wirkt gut gegen das Pathos des Librettos, das von den letzten Dingen eines Sterbenden zwischen Leben und Tod handelt. Im Versuch, Schuberts Musik zu retten, sind jene Sänger am überzeugendsten, die vom Lyrischen herkommen, also Kurt Streit als Titelheld, Bariton Florian Boesch und Tenor Jan Petryka, auch die Sopranistin Soyarslan als Stewardess. Claus Guth lässt unmittelbar nach dem Ende des Fragments Charles Ives' "The Unanswered Question" folgen, weitere Schubert-Chöre mit Soli und die Webern-Bearbeitung eines seiner tollsten Lieder über Einsamkeit: "Der Wegweiser".

Theater an der Wien, 20. und 23.12.19.00


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