Kommentar Regierung

Ein Finanzminister ist mehr als ein Manager, er muss Fachmann sein

Falter & Meinung | Kurt Bayer | aus FALTER 02/14 vom 08.01.2014

Es stimmt nicht, dass ein Minister "kaum eigene Fachexpertise oder auch nur irgendeine Form von Spezialistentum“ braucht, wie es Robert Misik im letzten Falter behauptet hat. Bestes Beispiel dafür ist das Finanzministerium. Die drei neuen, dort tätigen Politiker, ein ÖVP-Minister, ein ÖVP-Staatssekretär und eine SPÖ-Staatssekretärin, haben alle drei keinerlei Expertise oder Erfahrung mit dem komplizierten Dossier dieses Ministeriums.

Das mag zwar innerhalb Österreichs genügen, aber ein Großteil der Wirtschafts- und Finanzpolitik wird heute in der EU und der Eurozone gemacht. Dort kommt es ganz massiv darauf an, dass man auch mitdiskutieren kann.

Ich selbst habe sieben Jahre lang viele EU-Finanzministerräte hautnah miterlebt und gelernt, dass das ökonomische Wissen der jeweiligen Minister gerade in heiklen Fragen, die oft keine einheitlichen Meinungen generieren, ganz besonders relevant sein kann. Wenn man nur an seinen Sprechnotizen hängt, verschweigt man sich in solchen Debatten


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