Das Leben im Hochgeschwind igkeitszug

Politik | Essay: Philipp Blom | aus FALTER 02/14 vom 08.01.2014

100 Jahre Erster Weltkrieg: Heute wie damals verunsichern neue Technologien, politische Nationalismen und Konsu mismus die Menschen. Was können wir von 1914 lernen?

Wenn auch die europäische und österreichische Stasis in der Politik darüber hinwegtäuschen kann: 2013 war ein Jahr der Verunsicherung, der unaufhaltsamen Umwälzung. Syrien ist in blutige Anarchie versunken und eine halbherzige Position zu diesem Bürgerkrieg ließ Obama plötzlich schwach und opportunistisch aussehen. Überhaupt war es ein schlechtes Jahr für die Lichtgestalt der Liberalen: Gesundheitsreform, Ed Snowden und der NSA-Skandal - und es war nur folgerichtig, dass das Forbes Magazine die Ordnung der Dinge auf den Kopf stellte und Wladimir Putin zum mächtigsten Mann der Welt wählte.

All diese Faktoren haben gemeinsam, dass sie nicht nur eine politische Ordnung, sondern auch ein Wertesystem infrage stellen. Putins erfolgreiche reaktionäre Agenda setzte sich gegen westlichen Liberalismus durch. In Lampedusa stieß


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