"Schon damals gab es Verlierer der Moderne“

Politik | Interview: Eduard Müller | aus FALTER 02/14 vom 08.01.2014

Was haben die österreichische Sparbuchmentalität oder Heinz-Christian Straches Rechtspopulismus mit dem Börsenkrach vor 1900 zu tun? Der Historiker Peter Berger kann es erklären

Das Jahr 1914 wirkt vielleicht weit weg, aber die Zeit der Wirtschaftskrise vor dem Ersten Weltkrieg prägt unsere Gesellschaft bis heute. Der Historiker Peter Berger erklärt, warum.

Falter: Unter den Eliten der Habsburgermonarchie herrschte großer Optimismus vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Gehörte dazu auch das Selbstbewusstsein einer aufstrebenden Wirtschaftsmacht?

Peter Berger: Es herrschte durchaus eine flotte Aufschwungsstimmung, nachdem man vor der Jahrhundertwende mit den Folgen einer Finanzkrise zu hadern hatte. Das Wirtschaftswachstum Österreich-Ungarns war in den letzten zehn Jahren vor Kriegsausbruch recht gut, vergleicht man es mit Ländern in Reichweite, wie Italien oder Frankreich. Problematisch waren nicht die generellen Wachstumsraten, sondern die dramatischen Unterschiede zwischen den


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