Technik  Dinge, die uns brauchen

Riesige Handys sind nicht automatisch besser

Medien | Prüfbericht: Thomas Vašek | aus FALTER 02/14 vom 08.01.2014

Größer heißt nicht unbedingt besser. Diese simple Einsicht könnte sich bei den Smartphone-Herstellern allmählich durchsetzen. Dennoch kommen immer wieder neue Riesenmodelle auf den Markt, deren "Zusatznutzen“ zumindest zweifelhaft ist. Das jüngste Beispiel ist das HTC One Max (699 Euro), sozusagen die XXL-Ausgabe des hochgelobten HTC One. Das Display misst in jeder Beziehung unfassbare 5,9 Zoll, bei einem Gewicht von 219 Gramm. Obwohl der Bildschirm nicht viel größer ist als jenes des Galaxy Note 3, wirkt das Gerät insgesamt viel wuchtiger. Überhaupt ist der Vergleich zwischen den Modellen interessant. In technischer Hinsicht ist das One Max sicherlich auf der Höhe der Zeit. Gegen das helle, kontraststarke Display lässt sich wenig sagen, ebenso wenig gegen den schnellen Snapdragon-Vierkernprozessor; zudem besticht das Gerät mit einer hervorragenden Akkuleistung. Der Fingerabdruck-Sensor ist seit dem neuen iPhone natürlich keine Sensation mehr, aber immerhin ein praktisches Feature, auch wenn er nicht ganz so reibungslos funktioniert wie bei Apple. Insgesamt vermisst man beim One Max zwar nichts, aber man hat auch nicht das Gefühl, durch das Riesenformat entscheidend mehr zu bekommen. Das ist beim Galaxy Note 3 anders. Der Bedienstift macht zusammen mit dem großen Display konzeptuell Sinn. Man versteht ganz intuitiv, warum der Bildschirm so groß sein muss - und was man damit tun kann. Dieser Sinn fehlt beim HTC-Modell. Das One Max ist einfach nur groß.

Thomas Vašek ist Journalist und Buchautor in München


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