Der Himmel über Wien

Feuilleton | Flugschreiber: Matthias Dusini | aus FALTER 02/14 vom 08.01.2014

Im August 1918 wurde Wien zum ersten Mal bombardiert - mit Texten des italienischen Krieger-Dichters Gabriele d’Annunzio

Der Augenzeuge holte ein Opernglas hervor, um die Flugzeuge zu beobachten. "Plötzlich sah ich ziemlich deutlich, wie das führende Flugzeug Papierchen auswarf, die im heftigen Wind abwärts taumelten.“

Am 10. August 1918 zitierte die Presse einen Maler, der den kuriosesten Angriff des Ersten Weltkriegs von seinem Dachatelier aus verfolgt hatte - den Flug Gabriele d’Annunzios nach Wien.

Der 55-jährige Schriftsteller war am Morgen des vorangegangenen Tages mit einem aus elf Flugzeugen bestehenden Geschwader in der Nähe von Padua gestartet. Drei Flugzeuge fielen bei dem 1000 Kilometer langen Flug aus, eines musste in der Nähe von Wiener Neustadt notlanden. Um 9.10 Uhr holte d’Annunzio in einer Höhe von 3000 Metern sein Notizbuch heraus und notierte, dass die Sonne über dem Wienerwald aufgestiegen sei, zehn Minuten später erreichten die sieben Flugzeuge die Wiener


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