Ritterspiele an der Burg: Abgesang einer Supergroup

Feuilleton | Theaterkritik: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 02/14 vom 08.01.2014

Manche träumen von einem Theater ohne Regie. Die sollten sich einmal Peter Steins "König Lear“ im Burgtheater ansehen

Nach mehr als vier Stunden "König Lear“ wurde es doch noch einmal spannend: Als Regisseur Peter Stein zum Applaus auf die Bühne kam, war Hauptdarsteller Klaus Maria Brandauer auf einmal weg.

In der Presse am Sonntag hat Brandauer der pikanten Szene zwar jede tiefere Bedeutung abgesprochen ("reiner Zufall“), wahrscheinlicher aber ist, dass die Theaterfreundschaft der beiden Egomanen bei der fünften gemeinsamen Arbeit in sieben Jahren zu kriseln begonnen hat.

Sollte der "Lear“ die Abschiedsvorstellung der Supergroup Brandauer & Stein gewesen sein, wäre das für das zeitgenössische Theater kein Schaden. Von Letzterem hat sich der 76-jährige Stein, der in den 1970er-Jahren ein bahnbrechender Künstler des deutschen Theaters war, spätestens im Jahr 2000 verabschiedet. Damals brachte er in Hannover (später auch in Wien) beide Teile von Goethes "Faust“ auf die


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