Buch der Stunde

Künstler und Intellektuelle im Schützengraben

Feuilleton | aus FALTER 02/14 vom 08.01.2014

Das Versagen der Intellektuellen und die Kapitulation der Sozialdemokratie sind ein zentraler Topos der Erster-Weltkriegs-Literatur. Umso erfreulicher, dass Ernst Piper sich die Debatten und Konfliktlinien in den verschiedenen Ländern genauer angesehen hat. Es ist bekannt, wie viele deutsche Kunstfreunde, Publizisten und Künstler, die vor dem Juli 1914 begeistert nach Frankreich und Italien gepilgert sind, später die nationale Sache zu der ihren machten. In ihrer Kriegsbegeisterung sind sich Modernisten und Traditionalisten, expressionistische Kosmiker und Wandervogel-Enthusiasten auf einmal einig (wobei es auf der Gegenseite nicht so viel anders war).

Entgegen der gängigen Auffassung, dass es sich Künstler und Intellektuelle im Hinterland "gerichtet“ hätten, betont Piper, wie entsetzlich der Aderlass war: Die beiden deutschen Maler Franz Marc und August Macke finden sich ebenso auf den Totenlisten wie der italienische Futurist Umberto Boccioni, der französische Symbolist Guillaume

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