Marathonmann Murakami findet zur Mittelstrecke zurück und bleibt sich dennoch treu

Feuilleton | Lektüre: Julia Kospach | aus FALTER 02/14 vom 08.01.2014

Kennt man einen Murakami, kennt man sie alle. Das kann man so sagen. Dasselbe gälte aber ebenso für Philipp Roth oder, sagen wir, Josef Winkler. Und über eines ist damit sicher eine Aussage getroffen, nämlich über die Unverwechselbarkeit eines literarischen Stils. Bei Haruki Murakami, 65, dem "amerikanischsten“ aller japanischen Schriftsteller, der sein Handwerk an Chandler und Vonnegut geschult hat, ergibt dieser Stil eine ganz eigene Mischung aus Traum und Wirklichkeit, aus nüchternem Ton und modernen japanischen Großstadtszenerien.

Murakami kreiert seine surrealen, oft unheimlichen Bilder- und Parallelwelten mit dem Zweck, das riesige Möglichkeitsspektrum der Realität fassbar zu machen. Insofern schreibt er Bücher mit starkem Fantasy-Touch für Nicht-Fantasy-Leser und Bücher voller Krimispannung für Nicht-Krimi-Leser. Seine eigentlichen Themen sind die Beschreibung verborgener emotionaler Innenwelten und das Entfremdungsgefühl des modernen Menschen.

Der neue Roman "Die Pilgerjahre


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