Stadtrand Urbanismuskolumne

Jetzt hat Wien ausgekracht

Stadtleben | aus FALTER 02/14 vom 08.01.2014

Das erste ruhige Silvester würde das heuer werden, hieß es. Weil: Seit Juli 2013 durften ja keine Piraten und ähnliches Zeug mehr verkauft werden. Anzünden darf man sie aber noch bis 2017. Darum hat das mit dem ruhigen Silvester auch nicht so ganz geklappt. Schon Tage vor dem Jahreswechsel knallte es. Vor allem in den sogenannten Arbeiterbezirken sind Kracher sehr beliebt.

Besonders arme Schweine sind die Vögel. Die sind zum Jahreswechsel in verwirrt-verirrten Schwärmen durch die Luft gezogen; ein Spießrutenflug zwischen Raketen und Knallkörpern hindurch. Mit pochenden Herzen haben sich die Amseln in den Sträuchern und Büschen verschanzt, die Tauben sind panisch von Dach zu Dach geflattert. Auch die Krähen, die ihre Schlafplätze am Rande der Stadt bezogen, hat es erwischt. Sie hatten ihre Rechnung ohne die Feuerwerksfanatiker gemacht, die das neue Jahr mit ganzen Salven von Raketen begrüßten und glitzernde Explosionen in den Himmel feuerten. Noch Tage nach Neujahr sah Wien dann fast so aus, als hätte ein Krieg gewütet.

Birgit Wittstock bemitleidet die Vögel, die Silvester als Angriff auf Leib und Leben erleiden


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