"Hoch der Rock, die Waffen nieder!“

Stadtleben | Rundgang: Alfred Pfoser | aus FALTER 02/14 vom 08.01.2014

Im Wien des Ersten Weltkriegs ging das Leben weiter. Und das Nachtleben konnte sich erst entfalten

Wien bekam plötzlich ein Nachtleben“: Der Schriftsteller Franz Servaes berichtet im Berliner Tagblatt kurz nach Beginn des Ersten Weltkrieges, dass mit der Stadt etwas Merkwürdiges passiert ist. Trotz Kriegs boomen die Vergnügungsstätten, die Restaurants sind voll und in Amüsierlokalen tanzt man zu lateinamerikanischen Rhythmen. Die Theaterdirektoren stecken nach Kriegsbeginn zwar noch in einem politischen Dilemma. Zugesperrt lassen oder weiterspielen? Der Kaiser verfügt vorderhand die Schließung der Hoftheater; viele Schauspieler sind eingerückt.

Letztlich entscheidet aber der ökonomische Druck; der Kulturbetrieb ernährt zu viele Leute, die weiterbeschäftigt werden wollen. Und dann: Das Publikum will das Theater nicht missen. Kurzerhand werden die Spielpläne auf die "große Zeit“ umgestellt und rufen die deutsche Tradition mit Schiller und Kleist ab. Librettisten und Komponisten


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