Eine Ausstellung in der Wienbibliothek zeigt Wien im Ersten Weltkrieg

Stadtleben | aus FALTER 02/14 vom 08.01.2014

:: Der Erste Weltkrieg bedeutete auch in Wien: Kampf ums Überleben. Zu den Entbehrungen, Mangel, Hunger und Krankheit, unter denen große Teile der Bevölkerung litten, kam die große Wohnungsnot hinzu.

Die Stadt funktionierte während der Kriegsjahre immer weniger: Auf den Straßen waren keine Fahrzeuge mehr unterwegs, es gab keinerlei Bautätigkeit, Schnee blieb liegen, Müll auch, die Menschen verrohten.

Wiens damaliger Bürgermeister ließ im Rathaus eine "Kriegssammlung“ anlegen, um den "imperialen Aufbruch“ zu dokumentieren. Die bürgermeisterliche Sammlung an Dokumenten der Kriegsjahre - vom Zeitungsartikel über Briefe, Medaillen, Plakate, Vivatbänder bis zu Brot-, Kaffee- und Kartoffelkarten - war der Grundstock für das, was wir heute als Wien Museum und Wienbibliothek kennen.

In der kleinen, sehenswerten Ausstellung "Wohin der Krieg führt“ zeigt die Wienbibliothek im Rathaus nun Stadt und Dokumente zum Stadtleben im Ersten Weltkrieg. Die Ausstellung lässt ahnen, wie beschwerlich das Leben der Wienerinnen und Wiener in einer sterbenden Stadt damals war, in der man sich für Grundnahrungsmittel wie Mehl anstellen musste, in der es kaum mehr Pferde gab und Lasten mit Hundegespannen transportiert wurden und in der 260.000 Verwundete in den Spitälern (und improvisierten Lazaretten) behandelt werden mussten.

Bis zu 200.000 Flüchtlinge hielten sich zeitweise in Wien auf und die Stadt hatte mit den "Gästen“ mehr als 2,4 Millionen Einwohner. Ebenfalls in der Ausstellung zu sehen: ein Stück konserviertes "Kriegsbrot“ und gestrecktes Kraftfutter.

Wohin der Krieg führt

bis 23.5., Wienbibliothek, www.wienbibliothek.at


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