Menschen

Aus der Baum

Falters Zoo | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 02/14 vom 08.01.2014

Die Feiertage sind vorbei, oh wie gut. Dass sie wirklich vorbei sind, erkennt man daran, dass Wiens Forstdirektor Andreas Januskovecz (ja: Wien hat einen Forstdirektor!) traditionell am 7. Jänner auf dem Rathausplatz mit dem Warnruf "Baum fällt“ das Umsägen des Christbaums begleitet. Schon interessant, dass der Baum in seinem langen Leben gleich zwei Mal gefällt wird. Dafür wird er aber wiederverwertet. Nein, er kommt nicht zu Weihnachten 2014 wieder vors Rathaus, er wird im städtischen Sägewerk (ja: Wien betreibt in Niederösterreich ein eigenes Sägewerk!) zu Brettern gesägt und aus den Brettern werden Bienenhotels fabriziert.

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"Afrika! Afrika!“, die neue Zirkusschau von André Heller und dem Choreografen Georges Momboye, gastiert zwar noch bis Mitte Jänner in der Wiener Stadthalle, aber es gibt nur noch ein paar Resttickets. "Offenbar könnten wir gut und gerne noch sieben Monate länger spielen und uns immer noch über volle Hallen freuen.“ Immerhin wurde nun doch der Tourplan umgestellt und "Afrika! Afrika!“ kommt mit seinen Artistinnen und Artisten noch einmal Anfang März in die Stadthalle. Zum allerletzten Mal, wie Heller versicherte: "Wer die Show dann nicht sieht, hat ‚Afrika! Afrika!‘ für immer versäumt.“

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Was macht eigentlich Stefanie Werger? Die Pro-Rauchen-Kampagne der Austropopperin ist verflogen, Promidiäten sind auch nicht in Sicht. Aber, hallo: Frau Werger startet - gemeinsam mit Lukas Plöchl, der einmal den Songcontest nicht unbedingt gewonnen hat, sowie Schlagersänger DJ Ötzi (der einzige DJ, der nicht auflegt ...) im Privatfernsehen die Bundesländerpopschau "Herz von Österreich“. Sie sitzt in der Jury des Casting-Ereignisses und macht uns mittels Plakatwerbung dafür schon seit Wochen Angst. Start war diese Woche. Seither ist die Angst nicht geringer geworden.

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Warum uns das Neujahrskonzert heuer so gut gefallen hat, obwohl wir nicht neben Oscar-Preisträgerin Julie Andrews sitzen durften (sondern nur vorm Fernseher)? Wegen der Kostüme. Also nicht die faden Fräcke des Orchesters, sondern das Zeug, das die Staatstänzerinnen und -tänzer anhatten, während sie durch österreichische Sehenswürdigkeiten hüpften. Die Londoner Modedesignerin Vivienne Westwood war nämlich mit ihrem Haus zuständig für die Kostüme des Balletts, und die waren sehr schottisch. Was sich die Kommentatoren so erklärten, dass das gut zu Neujahrsballett-Choreograf Ashley Page passen würde, der immerhin zehn Jahre lang Direktor des Scottish Ballet Glasgow war. Andreas Kronthaler ist Österreicher, Ehemann von Frau Westwood und in deren Stylo-Imperium zuständig für die Herrenkollektionen. Fürs Neujahrskonzert kam Kronthaler wieder nach Wien, um an die Röcke und Roben der Damen und Herren vom Tanz letzte Hand anzulegen. Übrigens sehr unterstützt vom Wiener Designer und Modeunternehmer Gregor Pirouzi. Dürfen wir uns was wünschen? Nächstes Jahr soll bitteschön die Wiener Modekombo "House Of The Very Island’s ...“ die Neujahrskostüme schneidern. Falls sich noch jemand fragen sollte, wieso Mary Poppins beim Neujahrskonzert saß: Julie Andrews moderierte fürs US-Fernsehen die Show.

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Der Christbaum vorm Schloss Schönbrunn muss dieser Tage übrigens auch fallen. Was mit dem passiert? Die Tiere im Zoo fressen ihn. Also zumindest jene Tiere, die gerne Christbäume verspeisen. Elefantenfräulein Iqhwa bekommt erstmals die Fichte serviert.

E-Mail an den Zoo: zoo@falter.at


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