Katharinas Nachtwache Was in Wiens Partyszene passiert - Veranstaltungen im Überblick

Erkenntnisse, die man erst Ende zwanzig hat

Lexikon | Katharina Seidler | aus FALTER 02/14 vom 08.01.2014

Verantwortlich für einen Großteil unserer prokrastinativen Zeitverschwendung ist der US-Blog Buzzfeed. Neben Fotos der 30 besten Cheese-Taco-Dips oder einer Liste mit 22 Anzeichen dafür, dass man ein Kind der 90er ist, gab es dort dieser Tage eine Sammlung von Erkenntnissen, die man erst Ende zwanzig hat. Der treffenden Aufzählung von Tatsachen wie jenen, dass man irgendwann lieber etwas mehr Geld für ein schönes Hotelzimmer ausgibt als in einem Hostel abzusteigen oder dass man sich Klatsch und Tratsch nicht mehr so zu Herzen nimmt, möchten wir einen Punkt hinzufügen: Man hat nicht mehr ständig das Gefühl, woanders etwas zu verpassen. Wie oft haben wir früher einen lustigen Freundeabend verlassen, um noch kurz in einen Club zu schauen oder uns zur Afterhour mitgeschleppt, nur weil alle anderen noch weiterziehen wollten. Während es zu Silvester einen Teil der Gäste der fantastischen Privatparty in einer aufgelassenen Fahrschule noch in die Bars der Stadt zog, sind wir bei unseren Freunden geblieben. Es war einer der besten Jahreswechsel bisher.

VORSCHAU

FREITAG: Die Wiener Labelmacher und House- und Discoauskenner Luv Shacks werden zwei und begießen dies bei freiem Eintritt im Queens Club. "Wer sagt, dass die guten Taten nach Weihnachten aufhören müssen?", fragt das Panarium-Benefizmusikfestival auf dem Badeschiff und lädt zum zweitägigen Konzertstelldichein mit unter anderem dem tollen Fräulein Schmieds Puls. Die Technoheads von Commandyoursoul bespielen erstmals das Brut, Crazy Sonic hat seinen Kumpel Karotte in die Grelle Forelle eingeladen und im Café Leopold frickelt der heimische Produzent Nvie Moto vor oder nach Amewu und seinem wütenden Rap mit Berliner Schlagseite. Die zwei Amsterdamer Supertypen Homework bringen derweil die Pratersauna mit tightem Deep House und poppigen Hooks zum Schwitzen.

SAMSTAG: Großartig: James Swift hüllt das Elektro Gönner in eine Wolke aus vertrackter Electronica. Im Club U startet die neue Queerparty Crisp, und die Residents von Tanz durch den Tag, Stadtpark Musik und Bebop Rodeo tun sich in der Camera zum Club Aerial zusammen. Der deutsche Techhouser Oliver Huntemann stemmt die Boxen der Pratersauna, während der rumänische Youngster Praslea die Grelle Forelle mit ähnlichem Sound füttert. Die Wiener Elektropopper Konea Ra legen im Celeste auf und der Berliner Stefan Goldmann, Techno-Denker und Macro Records-Labelboss, kommt in die Auslage. seidler@falter.at

Katharina Seidler ist Musikjournalistin und Mitarbeiterin von FM4. Sie prüft die Beats und Partys der Wiener Clubszene


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