Theater Kritiken

Ein Trauerspiel als geradliniger Krimi

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 02/14 vom 08.01.2014

Kung-Fu-Kämpfer sind die einzige Spielerei, die sich Regisseur Stephan Müller in seiner Inszenierung leistet. Geradlinig und klar inszeniert er Schillers Trauerspiel "Maria Stuart", das die letzten Tage der Maria Stuart (Martina Stilp) beschreibt, die am Ende auf Befehl von Königin Elisabeth (Andrea Eckert) hingerichtet wird. Die Bühne (Michael Simon) ist bis auf zwei bewegliche Holzwände leer, die Kostüme sind einfärbig und schlicht. Das Spannende an diesem Klassiker ist nicht nur, dass hier zwei mächtige Frauen im Mittelpunkt stehen, sondern auch der Konflikt in Elisabeth als öffentliche Person: Lässt sie Maria töten, wird sie das Vertrauen des Volkes verlieren, lässt sie sie leben, ist ihre alleinstehende Macht in Gefahr. Durch die dringliche Musik von Wolfgang Mitterer wird daraus fast ein Krimi.

Volkstheater, Mo 19.30


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