Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Uni-Diskussion: Putin, Pussy Riot und ein gespaltenes Russland

Politik | Barbara Tóth | aus FALTER 03/14 vom 15.01.2014

Gnade oder kluger PR-Schachzug? Die überraschende Freilassung zweier Mitglieder der feministischen Punkband Pussy Riot im Dezember 2013 ging um die Welt. Maria Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa hatten vor den russischen Präsidentenwahlen im März 2012 in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau mit einem Punklied gegen die Regierung Wladimir Putins protestiert. Seitdem sind sie Heldinnen.

Das Institut für die Wissenschaften vom Menschen und die Universität Wien veranstalteten am 14. Jänner gemeinsam eine interessante und hochkarätig besetzte Diskussion dazu. Dmitry Uzlaner von der Russian Presidential Academy of National Economy and Public Administration in Moskau eröffnet mit einem Vortrag über die Besonderheiten des Postsäkularismus in Russland. Anhand der Pussy-Riot-Prozessakten erklärt er, warum das Land in zwei politisch-religiöse Lager gespalten ist: in ein offizielles, das vom Staat und von der Kirche unterstützt wird, und ein oppositionelles, das - wie der Pussy-Riot-Fall anschaulich zeigt - nicht müde wird, dagegen anzukämpfen. Eva-Maria Hinterhuber vom Maecenata-Institut für Philanthropie und Zivilgesellschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin kommentierte den Vortrag.


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