"Schriftsteller duze ich nicht“

Feuilleton | Interview: Klaus Nüchtern | aus FALTER 03/14 vom 15.01.2014

Literaturkritikerin Sigrid Löffler hat ein Buch über "Die neue Weltliteratur“ geschrieben. Im Gespräch erinnert sie sich auch an ihre Zeit bei Profil und ans "Literarische Quartett“ und erklärt, warum sie nach Deutschland ging

Sigrid Löffler ist eine der längstdienenden Journalistinnen des Landes und dessen renommierteste Literaturkritikerin. Nun hat sie, die seit 20 Jahren in Deutschland lebt, ein Grundsatzwerk über migrantische Literatur vorgelegt, das dieser Tage in Wien präsentiert wird.

"Die neue Weltliteratur und ihre großen Erzähler“ nimmt den Zusammenbruch des Britischen Empire zum Anlass, um die dramatischen globalen Verwerfungen zu thematisieren, die dieses Ereignis verursacht, vor allem aber, um die Spuren nachzuzeichnen, die es in der unglaublich vielfältigen Literatur im Laufe der Jahrzehnte hinterlassen hat.

Beginnend mit den Ankömmlingen aus den karibischen Kolonien, die am 22. Juni 1948 an Bord der MV Empire Windrush im Themse-Ort Tilbury ankamen und an Land

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