Spontanmaßnahmen gegen unbotmäßiges Kraushaar

Feuilleton | Buchbesprechung: Klaus Nüchtern | aus FALTER 03/14 vom 15.01.2014

In "London NW“ erzählt Zadie Smith vom komplexen Zusammenleben in einer urbanen multi-ethnischen Gesellschaft

Sie heißen Leah und Frank, Michel und Felix, Nathan und Natalie, sind in ihren 30ern und verfügen alle über "Migrationshintergrund.“ Rund sechs Jahrzehnte nach den ersten Migrationswellen aus den ehemaligen Kolonien ist London ganz selbstverständlich eine ethnische Patchwork-Metropole, Multikulturalität ist zum Standortfaktor geworden. Als sich zwei Paare treffen, "erwiesen sie“, wie es an einer Stelle ironisch heißt, "den anderen Leuten im Café einen Dienst, indem sie einfach hier saßen. Sie sorgten für das, Lokalkolorit‘, mit dem die Makler warben.“

Dass die Einwanderer zur Dynamik der Gentrifizierung beitragen, ist vielleicht paradox, aber keineswegs unlogisch. Die Fragen der ethnischen Herkunft sind dadurch noch nicht schon obsolet, sondern lediglich komplizierter und subtiler geworden - wie "London NW“, der jüngste Roman von Zadie Smith, zeigt.

Gegen Ende


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