Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Merlot aus dem Trentino

Den richtigen Wein kaufen ist schwierig. Ein Anfang

Stadtleben | aus FALTER 03/14 vom 15.01.2014

Wer stand nicht schon einmal mit einem großen Fragezeichen auf der Stirn vor den endlosen Reihen der Weinregale, von denen es in jedem noch so elenden Supermarkt zumindest eines gibt? Für wen die Önologie mit ihrem Aromagesülze ein rotes Tuch ist, wer aber dennoch ab und zu Lust auf Wein hat, der ist hier richtig. Man meint, man stehe vor der Entscheidung, entweder den halben Monatslohn auszugeben oder zu fürchten, am nächsten Tag aufzuwachen, als hätte jemand mit großem Wumms eine Pfanne auf dem Kopf platziert. Aber wie erkennt man korrekte Preis-Leistungs-Verhältnisse angesichts der unzähligen Flaschen und Rebsorten und Länder und Winzernamen? Jemand meinte einmal, je tiefer man den Finger in die untere Wölbung der Flasche stecken könne, desto besser sei der Wein. Die Wölbung hat jedoch mit der Standfestigkeit der Flasche zu tun und verteilt bei Schaumweinen den Druck an die Glaswand. Der Gestaltung von Etiketten nach zu urteilen ist zwar ein schöner Ansatz, aber nicht unbedingt der treffsichere. Es ist also sehr schwierig. Gute Qualität findet man bei Mezzocorona, einer Winzergenossenschaft in Mezzocorona (Trentino). Mit den Trauben von über 1500 assoziierten Winzern produziert man hier etwa einen Merlot, den man ungeschaut kaufen kann. Kräftig, fein und es kitzelt ein wenig in der Nase, so wie es bei Rotwein sein soll. Neuerdings hat er eine Plakette mit der Wertung "Sehr gut“ - von Meiningers Weintest. Das ist sicher ehrenwert, nur so ansprechend wie das Fleischprospekt vom Diskonter. MS


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