Ins Mark  Der Kommentar zur steirischen Woche

Mahnwache der 1000 Armleuchter

Steiermark | aus FALTER 03/14 vom 15.01.2014

Nun ist es ein Jahr her, dass in Graz das Bettelverbot aufgehoben wurde. Aus gegebenem Anlass haben ÖVP und FPÖ einen Gedenktag anberaumt.

Hier Auszüge aus dem noch nicht offiziellen Festprogramm: Um 9 Uhr findet eine Kranzniederlegung durch Siegfried Nagl statt - am Grabmal des unbekannten Shoppers, an schlechtem Gewissen verstorben. Danach, um 10 Uhr, bringt der Bürgermeister eine Grußbotschaft an die obersten Kaufleute der Stadt zu Gehör, die Erinnerungen an die glückbringende Periode des Verbots in einem damals noch idyllischen Graz wachrufen soll. Zudem werden an diesem Tag erstmals, nach Vorbild des Gedenktags für die Gefallenen der Kriege Israels, um 11 Uhr vormittags und 8 Uhr abends bei einem Sirenenton jeweils zwei Schweigeminuten abgehalten. Während dieser Andacht herrscht absolutes Spielverbot für alle Straßenmusikanten.

Ein schönes Schauspiel könnte der "Millionen-Bettler-Marsch“ durch die Herrengasse um 13 Uhr werden. Dabei werden Mitglieder der Ordnungswache und ein Freiwilligenchor - sie sind symbolträchtig in Lumpen gehüllt - in einem musikalischen Performance-Kraftakt die Schaulustigen für den Themenkomplex Ordnung und Sauberkeit im Straßen- und Stadtbild sensibilisieren. Für Liebhaber der bildenden Kunst wird um 15 Uhr die von Stadtrat Mario Eustacchio (FPÖ) bei einem steirischen Heimatkünstler in Auftrag gegebene Monumentalskulptur "Aggressive Hände eines ungläubigen Hausierers“ am Freiheitsplatz enthüllt. Ausklingen wird der Festtag besinnlich - mit der Mahnwache der 1000 Armleuchter bei der Notschlafstelle Vinzinest des Armenpfarrers Wolfgang Pucher.

Tiz Schaffer ist Redakteur im Steiermark-Falter


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